Interview mit Thomas Schmidt

Wie hat alles begonnen?

Im vergangenen Jahr waren wir stolz auf das 10-jährige Bestehen des derzeitigen Joint Venture-Vertrages von GLOBALFOUNDRIES und Toppan. Dabei fing 2002 alles mit ganz anderen Investoren / Partnern an. AMD, Dupont und Infineon entschieden sich für einen Zusammenschluss. Die jeweiligen Geschäftsfelder dieser Firmen und der bereits existierende Halbleiterstandort ‚Sachsen‘ legten die Idee nahe, ein Maskenzentrum in Dresden zu errichten. Infineon entschied sich in diesem Zuge, sein Maskenhaus in München zu schließen und einige Mitarbeiter nach Dresden zu transferieren. Es konnte losgehen.

Wie sieht ein Rückblick auf die 20 Jahre des Bestehens des AMTC aus?

Kurz nach dem Startup des Maskenshops erfolgte der Transfer von Dupont auf Toppan Photomasks und später der Partnerwechsel von Infineon auf Quimonda. Dank der technologischen Ausrichtung der neuen Partner kam es für uns zu einer Intensivierung der Aktivitäten im Bereich der High End Photomasken. Diese technologische Ausrichtung des Advanced Mask Technology Centers wurde von Quimonda im Halbleitersektor als Technologieführer- und treiber maßgeblich bestimmt, bis hin zur Quimonda-Insolvenz in 2009.

Nun mussten die Karten neu gemischt werden, eine Entscheidung über die Zukunft des AMTC stand aus. Zu diesem Zeitpunkt zog AMD bereits einen Transfer des operativen Geschäfts an GLOBALFOUNDRIES in Betracht und die Verhandlungen der Partner führten 2010 zur Unterzeichnung des bis heute bestehende Joint-Venture-Vertrag zwischen Toppan Photomasks und GLOBALFOUNDRIES. Als Folge dieses Zusammenschlusses kam es zu einer Änderung der Ausrichtung bzw. der Prioritäten unserer Geschäftsaktivität. Wenn vorher die technologische Entwicklung klar an erster Stelle stand, steht jetzt die Fertigung mit kurzen Durchlaufzeiten zu konkurrenzfähigen Kosten im Fokus. Diesen neuen Anforderungen haben wir uns in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich gestellt, wie die zahlreichen Investitionen und die verschiedenen Ausbaustufen unserer Produktion zeigen.

Was waren besondere Highlights?

In einer wachsenden, aber auch volatilen Industrie haben wir es geschafft, unsere Belegschaft seit 2010 zu verdoppeln. Zudem sind wir stolz auf die Investitionen im 3-stelligen Millionenbereich, welche zum Ausbau der Kapazitäten führten. Allerdings will ich betonen, dass wir diesen Erfolg unseren hervorragenden Mitarbeitern*innen zu verdanken haben. Auf unser Team hier am Campus kann man stolz sein!

Welche Herausforderungen werden in den nächsten Jahren kommen?

Der Schlüssel für uns ist, unserer Vision treu zu bleiben und ständig zu hinterfragen, wie wir es schaffen, die erste Wahl für unseren umfassenden Kundenstamm zu bleiben/werden. Für uns steht dieser Leitfaden mit einer hohen Qualität und schlanken, stabilen Prozessen in engem Zusammenhang.

Wie arbeitet das Joint Venture zusammen?

Der aktuelle Joint Venture-Vertrag besteht seit mehr als 10 Jahren, was zeigt, dass diese Form der Zusammenarbeit eine sehr erfolgreiche für uns ist. Ein Joint Venture ist eine sehr spannende Unternehmensform, in der mehrere unabhängige Partner ein gemeinsames Vorhaben realisieren. Dabei gilt es, die Interessen der verschiedenen Entscheider abzustimmen. Dies betrifft Bereiche wie das Produktportfolio und kommerziellen Fragen. Ein enormer Vorteil ist es, in technischen und wirtschaftlichen Belangen auf die Expertise und den Input der Partner zurückgreifen zu können.

Es liegen 14 Monate Pandemie mittlerweile hinter uns. Was hat das mit dem Unternehmen und den Mitarbeiter*innen gemacht?

Die vergangenen Monate haben uns auf verschiedenen Ebenen vor große Herausforderungen gestellt. Diese galt es mit viel Flexibilität und Engagement zu anzugehen. Dank des flexiblen Einsatzes unserer Mitarbeiter*innen und der Anpassung von Abläufen und Prozessen waren wir in der Lage, „neue Arbeitstage“ zu gestalten. Schnell haben wir verstanden, was mobiles Arbeiten bedeutet.

Das AMTC wird als ein flexibles, kommunikatives Unternehmen beschrieben mit flachen Hierarchien. Wie gelingt das bei der Anzahl an Mitarbeitern?

Diese Beschreibung passt sehr gut auf unser Unternehmen. Die Formel hierzu liegt für uns ganz klar in der Kommunikation. Nur so können technologische, rasante Prozesse reibungslos stattfinden und koordiniert werden. Die Kommunikation ist in jedem Unternehmen ein zentrales Thema und wir richten unseren kontinuierlichen Fokus auf die Verbesserung dieses Prozesses. Bezüglich der Hierarchien frage ich Sie, was sind flache Hierarchien? Unsere Belegschaft ist so strukturiert, dass jeder Manager einen engen Draht zu seinen Mitarbeiter*innen herstellen kann und die Kommunikation auf allen Ebenen sichergestellt ist.

Was macht das AMTC zu einer Koryphäe?

Die Mitarbeiter*innen.

Abschließend eine persönliche Frage:

Wie schaltet der General Manager ab? Was ist ein guter Ausgleich zum extremen dynamischen Arbeitsalltag in einer schnelllebigen Industrie?

Das AMTC liegt mir als Geschäftsführer sehr am Herzen und zugegebenermaßen fällt es manchmal schwer, abzuschalten. Doch mit dem Fokus auf Familie, Freunde und Bekannte gelingt es, die Balance zu halten, um die Energie für diese anstrengende Aufgabe aufzubringen. Hinzu kommen der Ausgleichssport und die Teilnahme in Vereinen, dann halten sich Job und Freizeit sehr gut die Waage.

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